Magazin erstellt am 05.05.2022 um 10:12:01 [ voriger | nächster ]

TÜV bei Elektroautos: Wie funktioniert das?

BMW-News-Blog: TUeV_bei_Elektroautos__Wie_funktioniert_das_
TÜV bei Elektroautos: Wie funktioniert das?

Der TÜV spielt bei Elektroautos eine entscheidende Rolle: Nur mit gültiger Plakette ist der Wagen auf deutschen Straßen zugelassen. Nur ein Kurzzeitkennzeichen befreit für einen gewissen Zeitraum von der TÜV-Pflicht. Doch wann genau muss die Prüfung erfolgen? Und was wird überhaupt geprüft? In diesem Beitrag gehen wir auf alle Fragen rund um den TÜV bei E-Autos ein - und zeigen, dass es sich lohnt, den Prüfer rechtzeitig anzurufen.

Was ist der TÜV?

Kurz gesagt, ist der TÜV eine unabhängige Prüforganisation, die in Deutschland für die technische Sicherheit von Fahrzeugen zuständig ist. Dazu gehören neben Autos auch Motorräder, Wohnmobile und Anhänger. Seit über 100 Jahren sorgt der TÜV dafür, dass unsere Straßen sicherer werden. Früher hatte der „technische Überwachungsverein“ ein Monopol auf die Untersuchungen von Kraftfahrzeugen, heutzutage sind damit auch weitere Organisationen wie die DEKRA und die KÜS betraut.

Die erste Hauptuntersuchung muss spätestens drei Jahre nach Erstzulassung und danach turnusmäßig alle zwei Jahre erfolgen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Elektroauto oder ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor handelt. Der Unterschied: Da ein E-Auto keine Emissionen ausstößt, entfällt die Abgasuntersuchung ersatzlos.

Was passiert, wenn die Fristen nicht eingehalten werden?

Wer sein Fahrzeug nicht rechtzeitig zur Hauptuntersuchung bringt, riskiert ein Bußgeld, dieses richtet sich nach der Länge der Fristüberschreitung. Außerdem wird eine erweiterte Hauptuntersuchung fällig, die mindestens 20 % mehr als die normale HU kostet. In letzter Konsequenz kann es sogar passieren, dass auch ein Punkt in Flensburg fällig wird.

Was wird bei der Hauptuntersuchung von E-Autos geprüft?

Grundsätzlich gelten für E-Autos die gleichen Prüfpunkte wie für herkömmliche Fahrzeuge. Das bedeutet, dass der TÜV unter anderem die Bremsen, Reifen, Beleuchtung und den Zustand der Aufhängungen überprüft. Bei Elektroautos kommen allerdings noch einige weitere Aspekte hinzu: Es wird eine Sichtprüfung aller sicherheitsrelevanten Teile des E-Autos durchgeführt, insbesondere des Hochvoltantriebs, der Batterie und der Ladebuchse. Zudem wird bei der Prüfung von E-Autos besonders auf den Zustand der Bremsen geachtet. Aufgrund der Systeme zur Energierückgewinnung wird bei Elektroautos nämlich die Geschwindigkeit oft nur über das Gaspedal reguliert, dadurch wird die Bremse seltener betätigt und Flugrost kann sich leichter festsetzen.

Wie kann man sich auf den TÜV vorbereiten?

Bevor es zur Hauptuntersuchung geht, sollten Sie Ihr Auto gründlich überprüfen und alle Mängel beseitigen. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Auto durch den TÜV kommt, können Sie auch eine Vorab-Untersuchung durchführen lassen - das ist allerdings kostenpflichtig. Bei diesem Vorab-Check werden alle sicherheitsrelevanten Bauteile, wie Lenkung, Bremsen und Geräuschentwicklungen, einer Sicht- und Funktionsprüfung unterzogen. Der Vorteil dabei: Kleinere Mängel, wie defekte Bremslichter, können bequem vor Ort ausgetauscht werden.

Allgemein gilt: Wer die vorgeschriebenen Wartungsintervalle seines Fahrzeuges einhält, den erwarten bei der Hauptuntersuchung in der Regel keine bösen Überraschungen. Mit Buchungstools wie repareo planst du - vom 3er-BMW bis zum i3 - deine nächste Inspektion.

Was passiert, wenn bei der Hauptuntersuchung Mängel festgestellt wurden?

Wenn bei der Hauptuntersuchung Mängel festgestellt wurden, müssen diese zunächst behoben werden. Anschließend muss das Fahrzeug wieder beim Prüfstandort für eine Nachuntersuchung vorgeführt werden.

E-Autos sind grundsätzlich weniger anfällig für Mängel, da diese, bei Verbrennern, oft Komponenten des Antriebsstranges betreffen. Die Batterien und der Hochvoltantrieb sind allerdings komplexe technische Systeme, bei denen immer mal wieder etwas schiefgehen kann - insbesondere, wenn das Fahrzeug nicht richtig gewartet oder geladen wurde.

Was kostet eine Hauptuntersuchung bei Elektroautos?

Die Kosten für eine Hauptuntersuchung richten sich nach dem Typ und Alter des Fahrzeuges. Im Schnitt zahlt man für ein Elektroauto etwa 60 Euro - das ist deutlich weniger als bei einem herkömmlichen Fahrzeug, bei dem rund 100 Euro fällig werden, da bei Verbrennern noch die Abgasuntersuchung hinzukommt. Den Preis genau zu bestimmen ist jedoch schwierig, da dieser auch vom Fahrzeuggewicht, der Prüforganisation und dem jeweiligen Bundesland abhängt.

Wo kann die TÜV-Prüfung durchgeführt werden?

Für die Hauptuntersuchung muss das Fahrzeug nicht unbedingt zur nächstgelegenen Prüforganisation gebracht werden. Die meisten Autohäuser und Kfz-Werkstätten bieten diese Dienstleistung ebenfalls an - die amtlich beglaubigten Prüfer der Organisationen besuchen in regelmäßigen Abständen diese externen Prüfstationen.

E-Autos müssen, genau wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung. Die Prüfung selbst ist jedoch deutlich einfacher und unkomplizierter als bei Verbrennern. Durch die geringere Anzahl an Komponenten im Antriebsstrang sind E-Autos außerdem weniger anfällig für Mängel. Trotzdem sollten Sie Ihr Auto vor der Untersuchung gründlich überprüfen lassen und alle Schäden beseitigen. Nur so kann die TÜV-Prüfung schnell und erfolgreich vonstattengehen.

Bildquelle: unsplash.com / Jenny Ueberberg // unsplash.com/photos/Q_MfGy0PQZw



 
Autor: Chris_W. [ voriger | nächster ]