DJI baut seine kompakte Gimbal-Kamera konsequent aus: Die neue DJI Osmo Pocket 4P kombiniert erstmals in der Pocket-Serie eine 1-Zoll-Hauptkamera mit einem zusätzlichen 60-mm-Mittelteleobjektiv. Damit richtet sich die handliche Kamera nicht nur an Vlogger und Reisende, sondern zunehmend auch an anspruchsvolle Content Creator, Filmemacher und Solo-Produzenten. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören laut DJI ein Dynamikumfang von bis zu 17 Blendenstufen, Videoaufnahmen mit bis zu 4K/240 fps, das neue 10-Bit-Farbprofil D-Log 2 und ActiveTrack 8.0.
Besonders spannend ist das neue Dual-Kamera-Konzept: Während das 20-mm-Weitwinkelobjektiv Landschaften, Architektur, Gruppen und klassische Vlog-Aufnahmen abdeckt, soll das 60-mm-Teleobjektiv natürlichere Porträts, stärkere Hintergrundkompression und detailreichere Nahansichten ermöglichen. Was das Gesamtpaket im Alltag leistet, ordnet der ausführliche DJI Osmo Pocket 4P Test mit Bewertung der wichtigsten Neuerungen ein.
Die Osmo Pocket 4P setzt das bekannte Konzept einer besonders kompakten Kamera mit integriertem mechanischem Gimbal fort. Neu ist vor allem der deutlich vielseitigere Kamerakopf. DJI verbaut nicht mehr nur ein einzelnes Weitwinkelobjektiv, sondern ergänzt die Hauptkamera um eine Telekamera. Dadurch lassen sich unterschiedliche Bildwirkungen erzeugen, ohne zusätzliche Objektive mitzunehmen oder ausschließlich auf einen digitalen Ausschnitt zurückzugreifen.
Trotz der umfangreicheren Technik soll die Kamera mit 230 Gramm leicht und mobil bleiben. Damit passt sie weiterhin in kleine Taschen und ist schneller einsatzbereit als ein klassisches Kamera-Setup mit Wechselobjektiven und separatem Gimbal. Zwei Farbvarianten stehen zur Wahl: klassisches Schwarz und Perlweiß.
| Merkmal | DJI Osmo Pocket 4P |
|---|---|
| Kamerakonzept | Dual-Kamera mit Weitwinkel und Mitteltele |
| Hauptkamera | 1-Zoll-CMOS, 20 mm äquivalent, f/2,0 |
| Telekamera | 60 mm äquivalent, f/1,8 |
| Maximale Zeitlupe | Bis zu 4K/240 fps in unterstützten Modi |
| Farbprofil | 10-Bit D-Log 2 |
| Stabilisierung | Mechanischer 3-Achsen-Gimbal |
| Tracking | ActiveTrack 8.0 |
| Gewicht | 230 g laut Hersteller |
| Akkulaufzeit | Bis zu 210 Minuten laut Hersteller |
Das Dual-Kamera-System ist die wichtigste Neuerung der DJI Osmo Pocket 4P. Die 20-mm-Hauptkamera bietet einen weiten Bildwinkel und eignet sich damit für Vlogs, Landschaften, Innenräume, Architektur und dynamische Aufnahmen aus kurzer Distanz. Das neue 60-mm-Mittelteleobjektiv rückt Motive optisch näher heran und sorgt für eine andere Perspektive: Gesichter erscheinen natürlicher, der Hintergrund wird stärker komprimiert und Details lassen sich gezielter hervorheben.
Für Creator ist dieser Brennweitenwechsel mehr als ein technisches Extra. Ein Video kann mit einer weiten Einstellung eröffnet, anschließend mit einem engeren Porträt und schließlich mit Detailaufnahmen abwechslungsreicher erzählt werden. Gerade bei Reisen, Interviews, Events, Produktvideos und Social-Media-Clips entsteht so mehr visuelle Vielfalt, ohne das kompakte Pocket-Konzept aufzugeben.
In der Hauptkamera arbeitet ein neuer 1-Zoll-CMOS-Sensor mit LOFIC-Technologie. DJI gibt einen Dynamikumfang von bis zu 17 Blendenstufen an. Das soll vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen helfen - beispielsweise bei Sonnenuntergängen, Gegenlicht, hellen Fenstern in dunklen Innenräumen oder nächtlichen Stadtaufnahmen.
Ein hoher Dynamikumfang kann mehr Zeichnung in sehr hellen und sehr dunklen Bildbereichen bewahren. Wie groß der Vorteil in der Praxis ausfällt, hängt jedoch vom gewählten Kameramodus, der Belichtung und der späteren Bearbeitung ab. Die Herstellerangabe gilt deshalb nicht automatisch für jede Einstellung. Eine kompakte Zusammenstellung von Sensor, Objektiven, Videoformaten, Zoom, Gewicht und Laufzeit bietet die Übersicht zu den technischen Daten der DJI Osmo Pocket 4P.
Für schnelle Bewegungen unterstützt die Osmo Pocket 4P laut DJI Zeitlupenaufnahmen mit bis zu 4K und 240 Bildern pro Sekunde. Daraus kann eine bis zu achtfach verlangsamte Sequenz entstehen. Das ist besonders für Sport, fallendes Wasser, wehende Haare, bewegte Fahrzeuge oder dramatische B-Roll interessant. Welche Auflösung und Bildrate verfügbar ist, hängt vom jeweiligen Aufnahmemodus ab.
Mit D-Log 2 führt DJI außerdem ein neues 10-Bit-Farbprofil ein. Mehr als eine Milliarde darstellbare Farbabstufungen sollen feinere Übergänge und größere Reserven für das Color Grading ermöglichen. Für Nutzer, die ihre Clips ohne aufwendige Nachbearbeitung direkt veröffentlichen möchten, bleiben einfachere Farbmodi in der Regel praktischer. D-Log 2 richtet sich dagegen an Creator, die Belichtung, Kontrast und Farben gezielt in der Postproduktion gestalten.
Zusätzlich nennt DJI einen Videomodus mit langer Belichtungszeit. Damit lassen sich Lichtspuren, fließende Bewegungen und bewusste Bewegungsunschärfe direkt als gestalterisches Element einsetzen. Einen anschaulichen ersten Eindruck des Kamerakonzepts vermittelt die Vorstellung der DJI Osmo Pocket 4P im Video mit Dual-Kamera und 1-Zoll-Sensor.
Die mechanische Stabilisierung bleibt ein zentraler Vorteil der Pocket-Reihe. Der integrierte 3-Achsen-Gimbal gleicht Bewegungen physisch aus und soll beim Gehen, Schwenken oder Filmen aus der Hand für ruhige Bilder sorgen. Im Unterschied zu einer ausschließlich elektronischen Stabilisierung muss das Bild dabei nicht im gleichen Maß zugeschnitten werden.
ActiveTrack 8.0 soll Menschen, Fahrzeuge, Haustiere und dynamisch geformte Objekte erkennen und im Bild halten. Nach Herstellerangaben funktioniert die Motivverfolgung sogar bei maximalem Zoom. Registrierte Motive können priorisiert werden; bei mehreren Personen unterstützt die automatische Bildkomposition dabei, die Gruppe sinnvoll im Ausschnitt zu platzieren. Das macht die Kamera besonders interessant für Solo-Creator, die ohne zweite Person hinter der Kamera arbeiten.
Für spontane Aufnahmen lässt sich die Kamera durch Drehen des Touchscreens einschalten. Per Handfläche oder V-Zeichen können Tracking und Aufnahme gesteuert werden. Das ist praktisch, wenn die Pocket 4P auf einem Stativ steht und der Nutzer selbst vor der Kamera agiert.
Fotos nimmt die Kamera laut DJI mit bis zu 37 Megapixeln auf. Die 4K-Live-Foto-Funktion speichert zu einem Foto zusätzlich einen 1,5 Sekunden langen Videoclip. Für den Datentransfer unterstützt die Kamera USB 3.1; DJI nennt unter geeigneten Bedingungen bis zu 800 MB/s. Der Akku soll in 18 Minuten von null auf 80 Prozent geladen werden und eine maximale Laufzeit von bis zu 210 Minuten ermöglichen. Diese Werte wurden unter kontrollierten Bedingungen ermittelt und können im Alltag je nach Auflösung, Bildrate, Tracking, Displaynutzung und Umgebungstemperatur abweichen.
Die Osmo Pocket 4P ist in das bestehende Osmo-Ökosystem eingebunden. DJI nennt unter anderem ein Fülllicht, einen Black-Mist-Filter, ein ND-Filterset, ein zusätzliches Weitwinkelobjektiv, einen Akkugriff und ein Mini-Stativ. Damit lässt sich das Basissystem je nach Einsatz vom kompakten Reise-Setup bis zur umfangreicheren Creator-Lösung ausbauen.
Für Vlogs, Interviews und Moderationen ist außerdem die Kompatibilität mit verschiedenen OsmoAudio-Mikrofonen wichtig. Eine gute Tonaufnahme hat im fertigen Video häufig mindestens den gleichen Stellenwert wie die Bildqualität. Käufer sollten daher nicht nur Kamera und Objektive vergleichen, sondern auch überlegen, ob Funkmikrofon, Stativ, Zusatzakku oder Filter direkt benötigt werden.
Zum Marktstart bietet DJI zwei Konfigurationen an. Die Osmo Pocket 4P Standard Combo kostet 599 Euro, während die umfangreichere Vlog Combo für 689 Euro angeboten wird. Welche Variante besser passt, hängt vor allem davon ab, welches Zubehör bereits vorhanden ist und ob die Kamera unmittelbar für Vlogs oder mobile Produktionen eingesetzt werden soll.
| Bundle | Preis laut DJI | Geeignet für |
|---|---|---|
| Osmo Pocket 4P Standard Combo | 599 Euro | Nutzer, die kompakt starten oder Zubehör gezielt einzeln auswählen möchten |
| Osmo Pocket 4P Vlog Combo | 689 Euro | Vlogger und Creator, die ein umfangreicheres Startpaket bevorzugen |
Vor dem Kauf lohnt sich ein genauer Blick auf Lieferumfang, Zubehörbedarf und mögliche Aktionen. Die laufend gepflegte Übersicht zu Preisen, Bundles und Angeboten der DJI Osmo Pocket 4P hilft dabei, Standard Combo und Vlog Combo passend zum eigenen Einsatzprofil zu vergleichen.
Die Pocket 4P ist vor allem für Nutzer interessant, die hohe Bildqualität und unterschiedliche Brennweiten in einem sehr kleinen, stabilisierten System benötigen. Reise-Vlogger profitieren vom geringen Gewicht, Solo-Creator vom Tracking und der Gestensteuerung. Für Porträts, Interviews und Produktaufnahmen erweitert das 60-mm-Teleobjektiv den kreativen Spielraum deutlich.
Auch als kompakte Ergänzung zu einer größeren Systemkamera kann die Pocket 4P sinnvoll sein. Sie ist schneller einsatzbereit, benötigt keinen separaten Gimbal und kann Perspektiven abdecken, bei denen ein großes Rig unpraktisch oder zu auffällig wäre. Wer hingegen hauptsächlich statische Fotos aufnimmt, bereits ein leistungsfähiges Smartphone-Gimbal-Setup besitzt oder keine Tele-Perspektive benötigt, sollte den Mehrwert gegenüber günstigeren Lösungen genau abwägen.
Die Pocket 4P besitzt erstmals in der Serie ein Dual-Kamera-System aus einer 20-mm-Weitwinkel-Hauptkamera mit 1-Zoll-Sensor und einem zusätzlichen 60-mm-Mittelteleobjektiv.
Ja. Laut DJI sind in unterstützten Kameramodi Aufnahmen mit bis zu 4K/240 fps und damit bis zu achtfach verlangsamte Sequenzen möglich.
Die längere Brennweite ermöglicht natürlichere Porträts, eine stärkere Hintergrundkompression und gezielte Detailaufnahmen. Sie ergänzt die weitwinklige Hauptkamera um eine deutlich engere Bildwirkung.
DJI gibt für das kompakte Gehäuse ein Gewicht von 230 Gramm an.
Unter kontrollierten Testbedingungen nennt DJI eine maximale Laufzeit von bis zu 210 Minuten. Der tatsächliche Wert hängt unter anderem von Aufnahmemodus, Display, Tracking und Temperatur ab.
Die Standard Combo startet bei 599 Euro. Für die Vlog Combo nennt DJI einen Preis von 689 Euro.
Mit der Osmo Pocket 4P entwickelt DJI die kompakte Gimbal-Kamera zu einem vielseitigeren mobilen Kamerasystem weiter. Der 1-Zoll-Sensor, das neue 60-mm-Teleobjektiv, die mechanische Stabilisierung und Aufnahmeoptionen bis 4K/240 fps bilden ein ungewöhnlich leistungsfähiges Gesamtpaket im Taschenformat.
Den größten praktischen Mehrwert verspricht die Kombination der beiden Brennweiten. Creator können zwischen weiter Übersicht und enger, porträttauglicher Perspektive wechseln, ohne ein zusätzliches Objektiv oder eine zweite Kamera mitzunehmen. ActiveTrack 8.0, Gestensteuerung, schnelles Laden und die Einbindung in das Osmo-Zubehörsystem runden die mobile Ausrichtung ab.
Mit mindestens 599 Euro positioniert sich die Pocket 4P allerdings klar als Premium-Modell. Ob sich der Aufpreis lohnt, entscheidet daher vor allem die Frage, wie häufig Tele-Perspektive, professionellere Farbkorrektur und hohe Zeitlupenraten tatsächlich genutzt werden. Für ambitionierte Vlogger, Reisefilmer und Solo-Creator gehört sie auf dem Papier zu den spannendsten kompakten Gimbal-Kameras des Jahres 2026.