Porsche schlägt in der Formel E das nächste Kapitel auf - und dieses Kapitel klingt nicht nach vorsichtiger Evolution, sondern nach einem ziemlich massiven Technologiesprung. Mit dem neuen Porsche 975 RSE zeigt die Marke ihren künftigen Rennwagen für die vierte Formel-E-Fahrzeuggeneration, kurz GEN4. Genau dieses Auto soll ab der nächsten Saison zum Einsatz kommen und steht für einen Entwicklungsschritt, der selbst im inzwischen hochprofessionellen Elektro-Motorsport deutlich auffällt: 600 kW Leistung im Attack Mode, permanenter Allradantrieb, neue Reifen, deutlich mehr Abtrieb und ein Gesamtpaket, das laut Porsche die Formel E in Richtung Formel-2-Niveau schieben soll. Das ist kein kleines Versprechen, sondern eine echte Ansage.
Besonders spannend ist dabei, dass Porsche den 975 RSE nicht bloß als neues Formelauto präsentiert, sondern als Symbol dafür, wie weit sich Elektrofahrzeuge insgesamt entwickelt haben. Noch 2014 brauchte in der Formel E jeder Fahrer zwei Autos pro Rennen, weil eine einzelne Batterie nicht für die volle Distanz reichte. Diese Ära ist längst Geschichte. Heute spricht Porsche über Wirkungsgrade von weit über 97 Prozent, brutale Beschleunigung, bis zu 335 km/h Höchstgeschwindigkeit und zwei verschiedene Aero-Pakete für unterschiedliche Einsatzzwecke. Genau dadurch wird klar: Der 975 RSE ist nicht nur ein neues Rennauto, sondern ein ziemlich markantes Signal dafür, wie stark elektrischer Motorsport inzwischen aus dem Experimentierstadium herausgewachsen ist.
Neue Rennwagen werden gern als Meilenstein verkauft. Beim Porsche 975 RSE ist dieser Begriff aber ausnahmsweise nicht bloß PR-Kosmetik. Denn die GEN4 markiert tatsächlich einen Punkt, an dem sich die Formel E sichtbar von ihrer eigenen Vergangenheit absetzt. Porsche beschreibt selbst, wie sehr sich die Serie seit 2014 verändert hat: Damals mussten Fahrer mitten im Rennen das Auto wechseln, weil eine Batterie allein nicht ausreichte. Heute kommt ein Monoposto, der in Richtung Formel-2-Performance schiebt und zugleich zentrale EV-Stärken auf der Strecke sichtbar machen soll. Genau daraus entsteht eine ganz andere Wahrnehmung des elektrischen Formelsports.
Für Porsche ist der 975 RSE deshalb mehr als ein neues Chassis mit neuer Hardware. Das Auto verkörpert einen technologischen Reifegrad, den die Marke bewusst mit der Entwicklung von Straßen-Elektrofahrzeugen zusammendenkt. Effizienz, Leistungsdichte, Dauerhaltbarkeit, Gewichtsoptimierung, Software-Kompetenz und Leistungselektronik - all das spielt hier zusammen. Genau deshalb ist der 975 RSE nicht nur für Fans der Formel E interessant, sondern auch für alle, die verstehen wollen, wie Motorsport heute als Entwicklungsfeld für E-Performance gelesen wird.
Die größten Schlagworte der neuen Generation lesen sich wie eine bewusste Kampfansage an alle, die Formel E noch immer als netten, aber begrenzten Stadtsport betrachten. 600 kW (816 PS) im Attack Mode, 450 kW (612 PS) im Normalbetrieb, permanenter Allradantrieb, neue Reifen und ein deutlich gesteigertes Aero-Niveau - genau das ist der bislang wohl größte Technologiesprung in der Geschichte der Serie. Porsche spricht selbst davon, dass die Fahrzeuge in den Windschatten der schnellsten Formelsport-Autos weltweit rücken. Das ist bewusst groß formuliert, aber nicht aus der Luft gegriffen. Denn mit 0-100 km/h in rund 1,8 Sekunden und prognostizierten 335 km/h wird klar: Hier geht es nicht mehr um vorsichtige E-Renn-Exotik, sondern um ernsthafte High-Performance.
Besonders wichtig ist der Allradantrieb. Er verändert die Fahrdynamik der Serie fundamental, weil Leistung, Traktion und Fahrzeugbalance deutlich aggressiver genutzt werden können. In Kombination mit mehr Abtrieb und neuen Reifen ergibt sich dadurch ein Auto, das vor allem in Kurven und bei der Beschleunigung aus Ecken heraus wesentlich schärfer agieren kann. Genau das dürfte auch die Rennbilder verändern. Die Formel E wird nicht nur schneller, sondern wahrscheinlich auch fahrerisch noch anspruchsvoller.
Einer der größten Unterschiede zur bisherigen Fahrzeuggeneration ist die deutlich veränderte Rolle der Aerodynamik. Zum ersten Mal erzeugt aerodynamischer Abtrieb bei Formel-E-Fahrzeugen so viel zusätzliche Bodenhaftung, dass er zum echten Performance-Faktor wird. Das ist ein massiver Schritt. Denn bisher lebte die Serie stark von Effizienz, Mechanik und Fahrzeugkontrolle unter relativ begrenztem Aero-Einfluss. Mit der GEN4 verschiebt sich dieses Verhältnis deutlich. Porsche spricht von bis zu 150 Prozent mehr Abtrieb als bisher - ein Wert, der sofort zeigt, wie stark sich die Fahrzeuge in Richtung klassischer Hochleistungs-Formelsport entwickeln.
Besonders interessant ist, dass Porsche dabei nicht einfach auf ein fixes Aero-Konzept setzt, sondern gleich zwei Aero-Pakete vorsieht. Ein Low-Downforce-Paket mit geringerem Luftwiderstand für die Rennen und ein High-Downforce-Paket für das Qualifying, wo Energieverbrauch eine kleinere Rolle spielt. Genau diese Differenzierung ist spannend, weil sie die Formel E komplexer und taktisch reizvoller macht. Im Rennen zählt weiterhin Effizienz, im Qualifying darf kompromissloser auf maximalen Grip gesetzt werden. Das ist clever gedacht - und dürfte die Fahrzeuge optisch wie fahrerisch deutlich schärfer machen.
So spektakulär Leistung und Aero auch klingen - das eigentliche Porsche-Thema bleibt die Effizienz. Bereits beim bisherigen 99X Electric lag der Wirkungsgrad des Antriebsstrangs laut Porsche bei weit über 97 Prozent. Das bedeutet: Auf dem Weg von der Batterie bis zum Rad gehen weniger als 3 Prozent der Energie verloren. Wer sich mit elektrischen Antrieben beschäftigt, weiß, wie brutal stark dieser Wert ist. Genau deshalb verschiebt sich der Entwicklungsfokus beim 975 RSE jetzt spürbar. Wenn der Wirkungsgrad sich der Perfektion annähert, werden andere Themen plötzlich wichtiger: Gewicht, Dauerhaltbarkeit, Kosten und die clevere Integration zusätzlicher Systeme.
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass der 975 RSE 71 Prozent mehr Maximalleistung erzeugt als sein Vorgänger, Porsche aber gleichzeitig viele Bauteile leichter machen konnte. Das ist technisch hochinteressant. Denn mehr Leistung und mehr selbst entwickelte Komponenten führen normalerweise eher zu wachsendem Gewicht. Porsche musste das eigene Teilepaket laut Vorgaben auf nur 5 Kilogramm Mehrgewicht begrenzen. Genau daraus wird sichtbar, wie hart die Ingenieursarbeit hinter der neuen Generation tatsächlich war.
Mehr Leistung, mehr selbst entwickelte Komponenten, deutlich mehr Abtrieb - und trotzdem ein extrem hoher Wirkungsgrad sowie nur minimaler Gewichtszuwachs. Genau diese Kombination macht den Porsche 975 RSE so bemerkenswert.
Die Formel E ist für Hersteller gerade deshalb spannend, weil sie genau an den Stellen Entwicklung erlaubt, die für elektrische Straßenfahrzeuge besonders relevant sind. Porsche entwickelt beim 975 RSE deshalb eine ganze Reihe zentraler Systeme selbst: Betriebssoftware, Pulswechselrichter, E-Motor, Getriebe, Differenzial, Antriebswellen und weitere Komponenten an der Hinterachse. Hinzu kommen Kühlungs-, Träger- und Fahrwerkskomponenten. Mit der GEN4 wächst dieses Eigenentwicklungsfeld sogar noch weiter. Neu hinzu kommen unter anderem der Gleichspannungswandler, das Brake-by-Wire-System, weitere Elektronik-Umfänge, Kabelbäume sowie Steuereinheiten für die hydraulischen Differenziale.
Interessant ist dabei auch die bewusste Grenze des Reglements: Die Batterie selbst bleibt ein zugeliefertes Einheitsbauteil und darf nicht entwickelt werden. Genau dadurch verschiebt sich der Wettbewerb auf jene Bereiche, in denen Hersteller wirklich Differenz schaffen können. Und genau dort will Porsche offensichtlich besonders stark sein - bei Software, Antriebsstrang, Energienutzung, Steuerung und Systemintegration. Das ist kein Nebenschauplatz, sondern genau das Feld, auf dem sich Motorsport- und Serienrelevanz am stärksten überschneiden.
Porsche formuliert die Erwartung an die neue Fahrzeuggeneration ziemlich offensiv. Florian Modlinger spricht davon, dass das Konzept gleich bleibt - also maximale Effizienz in allen Belangen - die Rennen aber deutlich attraktiver werden dürften, weil die neuen Fahrzeuge wesentlich schneller sind. Die Beschleunigung sei beeindruckend, und gerade die Fans dürften auf die neue Dynamik stark reagieren. Genau das ist ein entscheidender Punkt. Die Formel E hat lange gegen das Vorurteil gekämpft, nur taktisch interessant, aber fahrerisch oder emotional nicht scharf genug zu sein. Mit Autos wie dem 975 RSE dürfte sich diese Wahrnehmung deutlich verschieben.
Auch die Fahrer klingen entsprechend begeistert. Pascal Wehrlein nennt den 975 RSE ein „supercooles Rennauto“ und glaubt, dass die GEN4 bei Fans und Kritikern ein echtes Aha-Erlebnis auslösen wird. Nico Müller wiederum betont, wie viel das Auto fahrerisch fordert - besonders im Qualifying, wenn alle am Limit unterwegs sind und die brutale Beschleunigung aus den Kurven heraus voll ausgenutzt wird. Genau solche Aussagen machen klar, wie sich das neue Auto anfühlen soll: nicht bloß effizient und schnell, sondern kompromisslos und fahrerisch fordernd.
Der Name 975 RSE ist kein zufälliger Zifferncode, sondern eine bewusste Referenz. Er spielt auf das 75. Jubiläum von Porsche Motorsport an und verknüpft damit Tradition und Zukunft in einem ziemlich klaren Symbol. Das ist geschickt gewählt. Denn Porsche will mit diesem Auto nicht nur seine Zukunft in der Formel E markieren, sondern gleichzeitig zeigen, dass elektrischer Motorsport kein Nebenzweig außerhalb der klassischen Rennsport-DNA ist. Im Gegenteil: Die Erfolgsgeschichte von Porsche Motorsport soll künftig ganz selbstverständlich auch vom elektrischen Rennsport geprägt werden.
Gerade in diesem Kontext wirkt der 975 RSE fast wie ein Übergangsfahrzeug zwischen zwei Erzählungen: Auf der einen Seite die lange Motorsport-Tradition, auf der anderen Seite die nächste vollelektrische Performance-Ära. Genau deshalb ist der Name stark. Er macht klar, dass Porsche die Formel E nicht als Pflichtübung behandelt, sondern als integralen Teil der eigenen Rennsportzukunft.
Ein Blick auf die vorläufigen Daten zeigt, wie extrem die neue Generation geworden ist. Der Porsche 975 RSE leistet 450 kW im Normalbetrieb und 600 kW im Attack Mode, beschleunigt in rund 1,8 Sekunden auf 100 km/h und setzt auf eine nutzbare Batteriekapazität von 51,25 kWh. Dazu kommt ein CCS-Ladesystem, das auf ultraschnelles Laden mit bis zu 600 kW ausgelegt ist. Die Rekuperationsleistung von bis zu 700 kW ist ebenfalls bemerkenswert - ebenso wie die Tatsache, dass 40 bis 50 Prozent der Antriebsenergie pro Rennen aus Bremsenergierückgewinnung stammen sollen. Genau das zeigt, wie radikal die Formel E weiterhin auf Effizienz als Kernkompetenz setzt, selbst wenn Leistung und Abtrieb massiv wachsen.
Auch Gewicht und Dimensionen wirken alles andere als klein: 954 Kilogramm ohne Fahrer, bis zu 5.540 Millimeter Länge, bis zu 1.800 Millimeter Breite und ein Radstand von 3.080 Millimetern. Das unterstreicht, wie ernsthaft diese Fahrzeuge inzwischen geworden sind. Sie sind keine kleinen Elektro-Showkarts, sondern hochentwickelte Formelsportmaschinen mit enormer Komplexität. Genau daraus entsteht auch der Reiz der GEN4: Sie verbindet rohe Performance mit effizientem Energieeinsatz und sehr viel technischer Tiefe.
| Technische Eckdaten | Porsche 975 RSE / GEN4 |
|---|---|
| Leistung Normalbetrieb | 450 kW (612 PS) |
| Leistung Attack Mode | 600 kW (816 PS) |
| Antrieb | Permanenter Allradantrieb |
| 0-100 km/h | ca. 1,8 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | bis zu 335 km/h |
| Rekuperation | bis zu 700 kW |
| Nutzbare Batteriekapazität | 51,25 kWh |
| Ladeleistung | bis zu 600 kW |
| Gewicht ohne Fahrer | 954 kg |
| Aerodynamik | Low-Downforce- und High-Downforce-Paket |
Der Porsche 975 RSE ist der zukünftige Formel-E-Rennwagen von Porsche für die vierte Fahrzeuggeneration der Serie, die ab der kommenden Saison eingesetzt wird.
Im Normalbetrieb leistet der 975 RSE 450 kW (612 PS), im Attack Mode sind es bis zu 600 kW (816 PS).
Die neue Generation bringt deutlich mehr Leistung, permanenten Allradantrieb, wesentlich mehr Abtrieb, neue Reifen und insgesamt ein spürbar höheres Performance-Niveau.
Porsche nennt rund 1,8 Sekunden für 0-100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 335 km/h.
Weil Porsche damit im Rennen auf geringeren Luftwiderstand und im Qualifying auf maximalen Abtrieb setzen kann. Das macht die Fahrzeuge effizient und zugleich deutlich schneller.
Das Renndebüt ist voraussichtlich für Dezember geplant.
Mit dem Porsche 975 RSE zeigt Porsche sehr klar, dass die nächste Formel-E-Generation deutlich mehr ist als nur ein technisches Update. 816 PS, permanenter Allradantrieb, brutale Beschleunigung, mehr Abtrieb und ein stark erweitertes Eigenentwicklungs-Paket machen den neuen Monoposto zu einem echten Wendepunkt für die Serie. Die Formel E rückt damit spürbar näher an klassische Hochleistungs-Formelsport-Welten heran, ohne ihre eigene DNA aus Effizienz und Energierückgewinnung aufzugeben.
Für Porsche ist der 975 RSE zugleich Rennwagen, Technologieträger und Symbol. Er verbindet 75 Jahre Motorsportgeschichte mit der elektrischen Zukunft des Werksprogramms - und macht sehr deutlich, dass E-Performance längst kein Nebenschauplatz mehr ist. Wenn die GEN4 auf der Strecke hält, was Porsche auf dem Papier verspricht, dürfte die Formel E 2026 nicht nur schneller, sondern auch deutlich spektakulärer werden.









